25 Jahre Bürgerverein
Eine positive Bilanz
Geschichte Brochhagens
25 Jahre Bürgerverein 1979-2004

1979 - 2004

25 Jahre Bürgerverein Brochhagen
25 Jahre „Bank von Brochhagen“

Ein viertel Jahrhundert Gemeinschaft-Feste-Fußball-Karneval

Es ist nun fas 26 Jahre her, dass wir an Tisch 3 vor der Theke mal wieder nett zusammen saßen. Bei Kölsch, Camel ohne Filter und kleinem Salatteller war es Kerstin, die unsere Pläne fürs Dorf, Vorstellungen von zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftlichen Aktionen mit dem Satz beantwortete: „Gründet doch einen Bürgerverein!“
Dies wurde in die Tat umgesetzt. Mit ausgesuchten Vertretern aller Ortsbereiche stellten wird ein Konzept und eine Satzung auf. Ich erinnere mich noch gut an das „Klinkenputzen“ an allen Brocher Haustüren: „Willst Du Mitglied werden?“ Dem wurde besonders in der Unterbroche gern zugestimmt und wir starteten mit 64 Mitgliedern (49-9-6) in das Vereinsgeschehen.

In der Anfangszeit herrschte eine ungeheuere Motivation. Mitarbeit, Engagement waren toll. Die Beitragshöhe wurde der gesetzlichen Mindesthöhe für eingetragene Vereine (15,0 DM p.M) also 18,00 DM pro Jahr angepasst. Was macht man, damit Geld in die Kasse Kommt?
Ein Dorffest. Hugo K. wurde zwecks Festplatz vor der Mühle überredet und später, wo wir nun mal da waren, der halbe Keller (Backes) noch dazu genutzt. Aus Stangen wurde ein Festzelt errichtet, Bundeswehrplanen darauf, ein Bierpavillon als Küche genutzt, ein Zentner Kartoffeln für Reibekuchen geschält, ein Kassenhäuschen aus drei alten Zimmertüren gebaut, ich mit einer Rolle Bons darin und schon ging es los. Stunden später wurden bei den Nachbarvereinen Pappschalen, Bierbons und Zubehör geliehen, aus der Pasche Nachschub geholt und in der halben Broche Kartoffeln gesammelt. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen und unser Fest sofort zu einem festen Bestandteil des Brocher- und besonders des Campinglebens. Wer erinnert sich nicht gern an rauschende Dorffeste in den ersten Vereinsjahren in der Mühle, bei Opitz und auf dem Dorfplatz. Klasse Umsatz, hoher Gewinn bei immer zivilen Preisen sicherten uns eine gute Kassenlage. Die Anschaffungen wie unser Zelt, Gerätschaften, Gerätehaus und Inventar, Sitzecken waren nur deshalb möglich. Die beiden Bushäuschen sind unser Werk und in der nahen Umgebung beispielhaft, wenn nicht gerade mal wieder jemand seine Graffitys dort platziert hat.

Leider ist das Engagement wie auch die Wirtschaftlichkeit des Festes weniger geworden. Wohl durch ein Überangebot o. ä. bedingen heutige Feste noch 1/3 des früheren Umsatzes. Daher können wir z. Zt. keine „großen Sprünge“ machen, wohl aber unseren Unterhalt und Reparaturen garantieren und schöne Vereinsausflüge bezuschussen.

Nicht nur Vereinsfeste, auch Fußballfeste haben in der Broche eine Bedeutung. Seit jeher organisiert der Sportverein Frielingsdorf ein Vereinsturnier, heute Orteturnier bei seiner Sportwoche. 1980 sind wir voller Elan in das Geschehen eingetreten. Mit dem harten Kern der Thekenmannschaft „Schnelle Socken“, im Tor Karl B. reaktiviert, Ulla S. als Linksaussen gelang uns auf Anhieb und des Handeinsatzes von Ulla (siehe Maradonna: die Hand Gottes)ein zweiter Turnierplatz. Damals wurden wir von mindestens 150 Brocher Zuschauern und einem grünen Fahnenmeer unterstützt. Der spätere Sportlerball, mit einem kurzfristig gedichteten BvB-Song untermalt, bleibt nachhaltig in Erinnerung. Jahre später haben wir dieses Turnier sogar zwei mal gewonnen (ohne Ulla) und noch heute spielt die Brocher Vertreterelf in grünem Trikot regelmäßig zu Pfingsten um den Vereinspokal mit.

Als vor 12 Jahren nach Schließung oder Verlegung der Hauptschule Frielingsdorf, die verbleibende Grundschule einen Kinderkarnevalszug nicht mehr organisieren wollte, haben die Ortsvereine den Rosenmontagszug weitergeführt. Nach dem Motto: Vereine bauen, Kinder ziehen, gehören wir zu den Gründern dieser Aktion. Im ersten Jahr lautete unser Wagenmotto: „Brocher auf der Jagd nach Fenkern!“ Die Campingpritsche wurde in einen Hochsitz umgewandelt und mit Jägerattrappe, Fernrohr und Dekokarabiner (erfolglos) eingesetzt. Später mit dem Müllmonster, mit Dinos, als Brocher Bauern bis zum heutigen massiven Karnevalswagen sind wir eine der zuverlässigsten Gruppen beim Frielingsdorfer Kinderzug am Rosenmontag und der anschließenden „Abfeier“ in der Scheelbachhalle.

Mit dem 25. Geburttag des Bürgervereins feiere auch ich mein 25jähriges Kassiererjubiläum. Vereinsarbeit macht Spaß, braucht Zeit, macht Arbeit, braucht Erfolg und Anerkennung. Ich danke allen, die regelmäßig den Beitrag gezahlt haben und bei Einsätzen und Aktionen aktiv teilgenommen haben. Ich danke unseren Campern, ohne die ein erfolgreiches Dorffest nicht gelingt. Wir sind z. Zt. mal wieder ohne Vorsitzenden und es fehlen zwei Beisitzer. Deren Aufgaben werden vom Restvorstand mit übernommen. Daher danke ich zum Schluss allen Vorstandsmitgliedern im Dienst für den Einsatz in und für die Broche.



Günter Sauermann